Schmetterlingsbuntbarsch

Schmetterlingsbuntbarsch| Fakten

Handelsname: Schmetterlingsbuntbarsch
Wissenschaftlicher Name: Mikrogeophagus ramirezi oder veraltet Papiliochromis ramirezi
Ordnung: Cichliformes
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Gattung: Mikrogeophagus
Herkunft: Südamerika, Venezuela und Kolumbien, unterer und mittlerer Orinoko und angrenzende Gewässer
Größe in cm: Männchen bis 6, Weibchen bis 5
Anforderungen ans Aquarium
Länge: ab 100 cm
Inhalt: ab 150 Litern
Wasserwerte für Schmetterlingsbuntbarsche
Temperatur: 26 bis 32 °C
PH: 5,8 bis 6,0
GH: 2 bis 7° dGH
KH: 0 bis 12 dH
Verhalten
Vergesellschaftung: revierbildend, friedlich, ruhig
Bereich: unterer Bereich
Futter: Fleischfresser, Mückenlarven, Wasserflöhe, Artemia, kleine Krebse, Tubifex, Frostfutter, kann teilweise mit Trockenfutter ergänzt werden
Schwarmfisch: Ja
Anzahl: Paarhaltung, da monogam, mehrere Paare in einer Gruppe möglich
Haltung mit Garnelen:

nein

Lebenserwartung: 3 Jahre
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene
Schmetterlungsbuntbarsch
Mirko Rosenau – stock.adobe.com

Die Fische schillern wie ein Regenbogen, wenn sie durch das Wasser gleiten. Sie sind ebenfalls als Südamerikanischer Schmetterlingsbuntbarsch oder Schmetterlings-Zwergbuntbarsch bekannt, Aquarienfreunde nennen sie liebevoll Ramis.

Obwohl die Tiere nicht ganz einfach zu halten sind, sind sie wegen ihrer wunderschönen Farben beliebt und weit verbreitet.

Verhalten

Teilweise werden sie als Erdfresser bezeichnet. Dieser Name leitet sich von einem typischen Verhaltensmuster dieser Art ab. Die Fische durchwühlen den Sand und kauen ihn durch. Dabei filtern sie winzige Organismen als Nahrung heraus.

Die Tiere leben streng monogam. Werden die Jungfische geschlechtsreif, finden sich die Paare zusammen und verbringen den Rest ihres Lebens gemeinsam. Jedes Paar steckt sich sein Revier ab. Artgenossen werden daraus mit Nachdruck vertrieben.

Sollen in einem Becken mehrere Paare leben, muss es groß genug sein. Jedes Paar muss Platz für sein eigenes Revier finden. Andernfalls sind ständige Rangeleien und Raufereien vorprogrammiert. Das bedeutet für die Fische enormen Stress, ihr Immunsystem leidet, sie fangen an zu kümmern und gehen wahrscheinlich bald ein.

Das Gleiche gilt, wenn zu einem Männchen zwei Weibchen gesetzt werden. Zuerst würde das Männchen beide Weibchen jagen. Hat er sich sein Lieblingsweibchen gewählt, würde das Paar gemeinsam hinter dem zweiten Weibchen herjagen. Als Ergebnis würde keiner der Fische zur Ruhe kommen.

Aussehen

Schmetterlungsbuntbarsch
Mirko Rosenau – stock.adobe.com

Schon die Wildform des Ramirezi leuchtet regenbogenbunt. Charakteristisch sind ein schwarzer Streifen, der sich vom Nacken durch das Auge zur Kehle zieht und unter der Rückenflosse ein dunkler Fleck, der von blaugrünen oder blauen Punkten umgeben ist. Teilweise sind auf dem ganzen Körper schwarze Bänder oder Punkte verteilt. Dazwischen finden sich gelbe, blaue und dunkelblaue Stellen und Flecken. Über den ganzen Körper sowie über die Flossen sind kleine türkise Punkte verstreut, die wie Edelsteine glitzern.

Schwanz- und Rückenflosse enden in einem roten Saum. Die Bauchflosse und manchmal die Brustflossen sind oft komplett rot. Auf den Flossen können schwarze Abzeichen verteilt sein. Drei Strahlen der Rückenflosse sind ebenfalls schwarz.

Zuchtformen

Mittlerweile gibt es unzählige Zuchtformen, die sich farblich oder in der Flossenform voneinander unterscheiden.

Je nach Geschmack oder Lieblingsfarbe findet jeder seinen Rami in Blau, Gelb oder Rot. Bei diesen Tieren sind die arttypischen schwarzen Flecken und Streifen noch vorhanden. Neuere Züchtungen, vor allem die aus Asien stammenden, sind vollständig goldfarben oder blau. Bei ihnen fehlen jegliche Abzeichen.

Der Jumbo-Ramirezi zeichnet sich durch besonders leuchtende Farben aus. Beim „Blue Punk“ ist der Bereich von der Rückenflosse bis zur Stirn rot, der Rest des Körpers leuchtet in Blau.

In letzter Zeit gibt es Formen mit verlängerten Flossen. Hier fällt besonders der „Electric blue“ auf. Seine Flossen wehen wie Schleier durch das Wasser.

Lebensraum und Aquarium

Die Fische leben in ihrer Heimat in warmen Teichen, Tümpeln oder langsam fließenden Gewässern. Dort bevorzugen sie die schlammigen, üppig bewachsenen Uferbereiche.

Der Boden des Beckens muss zwingend eine Sandschicht haben. Üppige Randbepflanzung, Steine, Wurzeln oder Kokosnussschalen bieten Bereiche, in die sich die Fische zurückziehen können. Gern halten sie sich im Schatten von Schwimmpflanzen oder anderen großblättrigen Pflanzen auf. Dazwischen sollte genügend freier Raum zum Schwimmen sein.

Für das Wohlbefinden der Tiere ist es wichtig, dass die Wasserparameter eingehalten werden. Gut funktionierende Filter und regelmäßiger Wasserwechsel sind ebenfalls notwendig. Wöchentlich sollte etwa ein Viertel des Wassers gewechselt werden.

Da die Fische aus Schwarzwasserbereichen kommen, hat sich die Zugabe von Huminstoffen bewährt.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter sind gut voneinander zu unterscheiden.

Männchen

Die Männchen sind deutlich größer und haben intensivere Farben. Bei ihnen sind die vorderen Strahlen der Rückenflosse oft länger.

Weibchen

Sie haben häufig einen rot bis violett gefärbten Bauch und sind schlichter gefärbt. Ihr Körper ist weniger hoch als bei den Männchen. Vor dem Ablaichen bildet sich eine Legeröhre.

Zucht

Schmetterlungsbuntbarsche Zucht
© Steffen Hochdorfer

Für die Zucht von Schmetterlingsbarschen ist etwas Fingerspitzengefühl und viel Erfahrung nötig. Allgemein gilt, dass sich Wildformen leichter zur Vermehrung überreden lassen, als Zuchtformen. Viele der aus Südostasien stammenden Formen gingen leider wichtige Teile des Paarungsverhaltens verloren.

Der beliebte Jumbo-Ramirezi ist gar nicht mehr zur natürlichen Vermehrung fähig.
Das Wasser im Zuchtbecken muss weich und leicht sauer sein. Die Gesamthärte sollte nicht höher als 5 °dGH sein und der pH-Wert sollte zwischen 5,0 und 5,5 liegen. Eventuell hilft es, den Bodensand mit etwas Torf zu mischen.

Es hat sich bewährt, die Tiere mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter in Balzstimmung zu bringen.

Tipp:

Erfahrene Züchter stellen mehrere Zuchtbecken dicht hintereinander, sodass sich die einzelnen Paare sehen können. Das verstärkt den Trieb zur Brutpflege.

Die Barsche werden mit 4 Monaten geschlechtsreif.

Als Offenbrüter legen die Weibchen 300 bis 500 Eier auf Steinen, Tonscherben oder in Sandmulden ab. Die Steine werden vorher gründlich geputzt. Beide Eltern bewachen die Eier abwechselnd.

Achtung

In dieser Zeit sollte täglich etwa 10 % des Wassers gewechselt werden. Stimmen die Wasserwerte nicht mehr oder die Tiere fühlen sich gestört, verlassen sie das Gelege oder fressen die Eier auf.

Klappt alles, schlüpfen nach einigen Tagen die Jungen.

Aufzucht

Sind die Larven geschlüpft, lagern die Eltern sie in kleine Sandgruben um. Schwimmen sie nach ein paar Tagen frei, führen sie Mutter und Vater durchs Becken.

Werden die Jungfische zunehmend selbstständiger, werden die Eltern aus dem Becken genommen.
Die Jungen fressen Artemianauplien, Mikrowürmer oder Copepoden.

Vergesellschaftung

Bei ausreichend Platz können die Fische gut mit anderen ruhigen, friedlichen Arten vergesellschaftet werden. Als günstig haben sich Mitbewohner erwiesen, die sich im mittleren und oberen Bereich aufhalten. Sie stören die stressanfälligen Buntbarsche nicht. Ideale Partner sind südamerikanische Salmler, besonders der Rote Neonsalmler.

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